Abschiebungen nach Afghanistan

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Jama Maqsudi von der Arbeitsgemeinschaft Dritte Welt informiert am Freitag, 07. April 2017, um 19 Uhr im Hospitalhof in Stuttgart über die aktuelle Situation in Afghanistan. Im Anschluss diskutieren Jama Maqsudi, Qasem Ebrahimi und Qasem Heidary mit Verterter_innen des Stuttgarter Arbeitskreises Asyl, amnesty international und anderen Inititativen über Abschiebungen nach Afghanistan.

Am vergangenen Montag wurden zum vierten Mal Menschen nach Afghanistan abgeschoben, obwohl das Auswärtige Amt aktuell dringend von Reisen dorthin abrät. Fünf Bundesländer setzen sich inzwischen für einen Abschiebestopp ein, die baden-württembergische Landesregierung schiebt jedoch weiter mit ab.

Die United Nations Assistance Mission in Afghanistan (UNAMA) hat am 6. Februar 2017 berichtet, dass im vergangenen Jahr 11.418 Zivilisten in Afghanistan getötet oder verletzt wurden – drei Prozent mehr als 2015. Die Zahl der Verletzten sei um sechs Prozent auf 7.920 Menschen gestiegen. 3.498 seien getötet worden, jeder dritte Tote sei ein Kind.

Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg hat Informationen zusammengetragen, die klären, wer potenziell von Abschiebungen bedroht ist, was diejenigen tun und wie andere ihnen helfen können: http://fluechtlingsrat-bw.de/informationen-ansicht/naechste-afghanistan-abschiebung.html

Der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg ruft zudem dazu auf, an den Tagen, an denen Sammelabschiebungen stattfinden, Protestkundgebungen, Mahnwachen und Ähnliches zu organisieren. Hierzu gibt es eine Flyer-Vorlage. Der Flüchtlingsrat bittet darum Aktionen zu melden, damit Termine gesammelt und veröffentlicht werden können.

Der Flüchtlingsrat fordert dazu auf, Briefe an Bundes- und Landtagsabgeordnete zu schreiben und sich gegen die Abschiebungen nach Afghanistan zu positionieren. Angesichts der Tatsache, dass sich flüchtlingsfeindliche Stimmen besonders laut im gesellschaftlichen Diskurs bemerkbar machen, sei es wichtig, dass sich auch diejenigen Gehör verschaffen, die eine menschliche Flüchtlingspolitik wollen, so der Flüchtlingsrat. Hier als Beispiel ein Brief von Ehrenamtlichen an ihre lokale Landtagsabgeordnete.